Бешков, Ст. Стопанско-географска характеристика на средната част на Северна България (Средномизийски стопански район)

Бешков, Ст. Стопанско-географска характеристика на средната част на Северна България (Средномизийски стопански район)

Beschkoff, А. St. Wirtschaftsgeographische Charakteristik des mittelmoesischen Wirtschaftsgebletes

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WIRTSCHAFTSGEOGRAPHISCHE CHARAKTERISTIK  DES MITTELMOESISCHEN WIRTSCHAFTSGEBIETES

Die ahnlichen physiogeographischen Hauptziige der grossen bulgarischen Donautaf ellandschaft konnen zu der irrtiimlichen Auffassung fiihren, dass alle Teile derselben die gleiche wirtschaftliche Struktur haben. Der Zweck vorliegender Betrachtung ist zu untersuchen und beweisen, dass der westliche, der mittlere und der ostliche Teil Nordbulgariens doch betrachtliche Verschiedenheiten aufweisen.

Der in Betracht kommende mittlere Teil der Donautafellandschaft wird im Westen durch den unteren Lauf des Iskers, wie auch durch die Wasserscheide zwischen Wit und Ossam begrenzt. In ostlicher Richtung erstreckt sich das Gebiet ungefähr Bis zur Wasserscheide zwischen Jantra und Russenski Lom, wobei der untere Lauf dieses letzteren Flusses mit eingescblossen wird. Die nordliche Grenze Bildet die Donau, die siidliche - der Kamm des mittleren Balkans. Das so begrenzte Geblet weist eine Oberflache von 15765 qkm auf. d. i. 15·30/о der Gesamtoberflache Bulgariens.Dieses wirtschaftsgeographische Geblet Bulgariens besteht aus drei Teilen, u. zw.:

  1. dem Geblrgsgiirtel des Balkans. Dieser Teil eignet sich hauptsachlich fiir Waldwirtschaft, Viehzucht, zum Tei1 zum Betreiben einiger Handwerke, gewissermassen zur Ansnutzung der Bodenschatze;
  2. dem Üebergangsstreifen, wo das Faltenland ins Tafelland iibergeht. - Die physiogeographischen und anthropogeographischen Voraussetzungen bedingen eine andere Gestaltung der Wirtschaft. - Es sind vor al1em hervorzuheben: Gartenbau, Weinbau, der Аnbаu gewisser Industrie- und Ӧlpflanzen (Sоnnenbumеn, Raps und Zuckerriiben), Obst- und Gemiisebau; die Handwerke und einige Indнstriezweige gedeihen ziemlich gut;
  3. dem - Hier weist die Landschaft еin z. Т. steppenartiges Geprage auf. – Die Landschaft ist wasserund waldarm: der Getreidebau hat entschieden das Obergewicht.

Das ganze Geblet nеnnеn wir mittelmosisches Wirtschaftsgeblet: es hat gegen; vartig са. 1,150,000 Einwohner bei einer Bevolkerungsdichte von uщ;efahr 72 Einwohner je qkm., wahrend Bulgarien kaum 60 Einwohner je qkm. hat. - Das Geblrgsvolk zeichnet sich durch regen Unternehmungsgeist aus.

 

HAUPTZUGE DER WIRTSCHAFТ

Es werden 48·2% der Gesamtoberflache bebaut, - dagegen in Bulgarien durchschnittlich 35·9%. Die landwirtschaftliche Technik, mit jener des benachbarten westmosischen Gebletes verglichen, steht auf einer tieferen Stufe. - Der Bodenbesitz ist ebenfalls kleiner, das Brachland zeigt bereits eine ziemlich geringe Verbreitung. - Die intensiven landwirtschrftlichen Kulturen nehmen einen bedeutenderen Teil der bebauten Oberflache ein, als dies in den benachbarten west- und ostmosischen GeBieten der Fall ist. - Unser Geblet hat еinе ziemlich grosse Getreideausfuhr, wird aber dennoch von den beiden oben erwahnten Gebleten tibertroffen.

Das Gebirgsland zeichnet sich durch die bedeutende Entwicklung des Obstbaues, das Obergangsland (bеs. im Bezirk von Gorna-Orehowitza) durch den musterhaften Gemiisegartenbau.

Äusserst charakteristisch sind die Zuckerriiben (75%), Raps (65%) und SonnenBumensamen (21 %). Die eingeklammerten Ziffern bedeuten den Anteil der Produktion dieses Gebletes im Gesamtertrag des Landes.

Die Viehzucht ist mittelmassig entwickelt; der Waldbestand, was Laubholzer anbelangt, fast genilgend, doch nur im siidlichen Geblrgslande konzentriert. Nadel\valder fehlen ganzlich.

Mineralschatze unerforscht. Es werden nur Steinkohlenvorkommen siidlich von Trewna ausgebeutet.

In Bezug auf die lndustrie steht das Geblet nur dem Sofioter WirtschaftsgeBiet nach. - Im Geblrgs- und Hiigelland sind die verschiedensten Handwerke stark entwickelt, dagegen in Gabrowo, Gorna-Orechowitza und Russe - die Grossindustrie, die zumeist bodenstandig ist.

Die Verkehrswege sind im befriedigendem Zustand. – Als Hauptwirtschaftszentrum gestaltet sich nасh und nach GornaOrechowitza (12,000 Einwohner), obwohl ihm Russe (51,000 Einwohner) und Plewen (32,000 Einwohner) voran sind.

Die beste Moglichkeit ist gegeben, die Wirtschaft dieses Gebletes zum Anbau gewisser Industrie- und Olpflanzen, fiir Weinberge, Obst- und Gemiisenbau einzurichten, sowie die Industrie, sofern sie bodenstandig ist, zu fordern.

А. St. Beschkoff

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