Съобщенията въ България

Ив. Батаклиев. Съобщенията въ България

I. Batakliev. Die Verkehrsverbindungen Bulgariens

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DIE VERKEHRSVERBINDUNGEN BULGARIENS

von

Iv. Batakliev

(Zusammenfassung)

Die Welt steht heute unter dem Zeichen der Verkehrsverbindungen. Es ist so, als ob diese die Völker schneller aneinander gebracht haben; sie liessen die Völker zusammenstossen und trugen stark zur Entstehung gigantischer Kriege, wie der beiden letzten Weltkriege bei. Der Verkehr entwickelte sich unglaublich schnell seit Anfang des XIX. Jh. infolge der Dampfmaschine und des Motors. Ein grosser Faktor für die Entfaltung der Verkehrsverbindungen ist die schnelle Zunahme der Bevölkerung der Erde und ihre grossen kulturellen Fortschritte. Überhaupt sind die Faktoren für die Entstehung und die Entwicklung der Verkehrsverbindungen verschieden, aber sie haben vor allem geographischen Charakter: der physio-geographische Bau der Erdoberfläche, die geographische Lage, des Landes und die von ihr abhängige geopolitische Lage, die Wirtschaft u. a. Die geographischen Bedingungen für die Entwicklung der Verkehrsverbindungen in Bulgarien sind der Gegenstand dieses Aufsatzes.

Für die Länder, die an wichtigen internationalen Kreuzwegen liegen, wie Bulgarien, ist die geographische Lage ein wichtigerer Faktor für die Entstehung und die Entwicklung des Verkehrs als ihre physio-geographische Beschaffenheit. Durch Bulgarien führen viele von den wichtigsten internationalen Wegen der östlichen Erdhalbkugel. Diese Wege führen zu den geopolitischen Faktoren, welche Bulgarien und die Balkanhalbinsel berühren. Diese geopolitischen Faktoren, die sich für den bulgarisch-balkanischen Kreuzweg interessieren, sind: Nordosteuropa, hauptsächlich Russland, Mitteleuropa (Deutschland), Westeuropa, hauptsächlich England, Südeuropa (Italien) und Vorderasien (Türkei). Als Verbindung mit Nordosteuropa (Russland, Baltische Länder, Polen) dient der nordöstliche Weg (Land-und Wasserweg) der Schwarzen-Meer-Küste entlang nach Konstantinopel, aber durch die Abzweigung nach Sofia auch nach Saloniki und Griechenland führt. Als Verbindung zwischen Mittel- und Westeuropa einerseits und Vorderasien anderseits dient der sogenannte Diagonalweg, der von Wien über Belgrad—Nisch - Sofia—Plovdiv—Adrianopel nach Konstantinopel führt. Seine Verzweigungen sind: 1) ein Weg von Belgrad auf der Donau in Ostrichtung, 2) ein Weg von Nisch dem Tale der Flüsse Morava und Vardar entlang nach Saloniki. Serbische Geographen und Staatsmänner überschätzen aus politischen Gründen die zweite Abzweigung; sie erfanden die falsche Hypothese, dass sie von grösserer Bedeutung sei, als der Weg über Sofia nach Konstantinopel. Als Verbindung mit Italien ist schon seit der Römerzeit die sogenannte Via Egnatia geschaffen. Ihre wichtige Abzweigung ist der Weg durch das nördliche Makedonien, der von Skopie— Küstendil nach Plovdiv führt. Ein wichtiger bulgarischer und internationale Wasserweg ist der Weissmeerweg (Ägäischemneerweg), welcher Bulgarien frei mit den Überseeländern verbindet. Alle diese Wege haben in verschiedenen Zeiten verschiedene Bedeutung gehabt.

Im Zusammenhang mit der Abhängigkeit der Verkehrsverbindungen Bulgariens von politisch-geographischen oder rein politischen Faktoren muss man bemerken, dass die lange Zeit des türkischen Joches die Entwicklung der Verkehrsverbindungen Bulgariens gehemmt hat. Und nach der Befreiung hemmten seine Nachbarn die Eisenbahnverbindungen zwischen den befreiten und nicht befreiten bulgarischen Gebieten.

Die mannigfaltige Natur Bulgariens bedingt verschiedene Verkehrswege: Land-, See- und Flussnetze. Zu den morphologischen Formen der Balkanhalbinsel, die von grösster Bedeutung für seine Wege sind, gehören seine jungen Faltengebirge: die Dinarischen und Balkan-Faltengebirge. Sie geben den Wegen eine Parallelrichtung zu ihren Ketten. Das Makedonorhodopische Massiv mit seiner mosaikartigen Struktur erlaubt Wege nach allen Richtungen. Die Biegung des Balkan-gebirges hat in nordwestlicher Richtung die Durchführung der diagonalen Wege erleichtert. Sowohl das Balkangebirge wie die Donautafel und die Mariza wie auch die Niederung des Weissen Meeres tragen dazu bei, die in Längsrichtung verlaufenden Parallelwege zu gestalten. Diese Wege sind: 1) längst der Donau, 2) der zentrale in der Mitte der Donautafel, der gleichzeitig Eisenbahnweg ist, 3) der Balkanweg, 4) der hinter dem Balkan in dem jenseitigen Tal verlaufenden Weg, 5) der Thrakische Weg, 6) der innerrhodopische Weg und 7) der Weissmeerweg. Dagegen ermöglichen die zahlreichen Pässe im Balkangebirge und im Makedonorhodopischen Massiv, die gangbarer sind als die dinarischen Gebirge, die Durchführung der Meridianwege.

Der Balkan wird bereits durch drei Eisenbahnwege durchquert, von denen der älteste der des Iskerdurchbruchs ist. Die wichtigsten Meridianwege im Massiv sind ebenfalls drei, nämlich die Wege der Mariza, Struma und Vardar. Der Strumaweg ist eine Fortsetzung des Iskerwegs und kreuzt bei Sofia den Diagonalweg. Aus diesem Grunde und namentlich deshalb, weil Sofia Hauptstadt ist und sich im geometrischen Mittelpunkt der Balkanhalbinsel befindet, ist er der Hauptkreuzweg dieser Halbinsel. In den Rhodopen, Rila und den anderen Gebirgen des Makedonorhodopischen Massivs gibt es weniger Wege, weil bis vor kurzem diese Grenzgebirge waren. In ihnen entfalten sich jetzt dichtere Eisenbahnnetze.

Das Klima Bulgariens ist von geringerem Einfluss auf seine Wege, wie dies in den Nordländern der Fall ist. Zwar werden in den hohen Gebirgspässen die Chausseen verschneit und dadurch ungangbar gemacht. Das gebirgsmässige und vielgestaltige Relief erzeugt eine niedere Wolkendecke und ungleichmässige Dichte der Luft, was teilweise ein Hindernis für den Luftverkehr ist.

Es ist kein Zweifel, dass in Verbindung mit dem Handel der Verkehr Bulgariens sich rasch entwickelt

Heute umfassen alle fertiggestellten Chausseen in Bulgarien 24192 km. (auf 100 qkm kommen 15,8 km). Von ihnen befinden sich innerhalb der alten Grenzen Bulgariens 20430 km (auf 100 qkm—20 km) und in unseren neubefreiten Gebieten — 3768 km (auf 100 qkm. Fläche—3,1 km). Von ihnen liegen 3625,5 km (3,5 km) in den alten Gebieten Bulgariens, und 1133 km (2,3) in den neubefreiten Gebieten. Die Wasserwege sind 1125 km. (0,7), von denen in den alten Gebieten Bulgariens 708 km und in den neuen, 417 km liegen. Wie daraus zu ersehen ist, sind in den neubefreiten Gebieten die Wege weniger als in den alten, was damit zusammenhängt, dass sie unterjocht waren. In Deutschland ist das Verkehrsnetz 3—3,5 dichter als das Bulgariens.

Das Material, mit dem die Wege in Bulgarien gebaut werden, ist ausschliesslich bodenständig. Die Chausseedecke ist durchweg aus Kieseln. Nur wenige davon sind mit steinernen Pavées bedeckt. Asphaltdecken gibt es nicht, da in Bulgarien dieses Material fehlt. Die modernen Häfen in Bulgarien (mit Kaimauern, Wellenbrecher u. a.) sind bereits in den alten Gebieten nicht wenige.

Die Verkehrsmittel nehmen mit jedem Jahr zu. Trozdem sind sie gering. Klein sind die motorisierten Verkehrsmittel (die Autos), was damit zusammenhängt, dass in Bulgarien Mangel an Petroleum herrscht. Alle Städte und viele Dörfer sind durch Autolinien verbunden.

Auch nicht gering ist die Zahl der Schiffe, die bulgarische Häfen anlaufen.—Auf einen Bewohner kommen im Jahre 1911— 1,14 Tonnen ihrer Gesamtonage, 1939—0,67 Tonnen; in Deutschland 1926—0,61 Tonnen.

Die Zahl der bulgarischen Schiffe, die im Jahre 1911 bulgarische Häfen anliefen, beträgt 7,7% von der Gesamtzahl der Schiffe, und im Jahre 1939 —33,5%. Es ist zu bemerken, dass nach dem vergangenen Weltkrieg, wegen des lebhafteren Handels mit Mitteleuropa hauptsächlich mit Deutschland, der Landverkehr, und zuletzt der Donauhandel zunahm.        

Der Post- und Telegraphenverkehr geht auf die türkische Zeit zurück, wo in Bulgarien für den ausländischen Briefwechsel neben der türkischen Post, private Postämter bestanden: österreichische, russische und französische. Die Telegraphen- und Poststationen im Jahre 1911 waren 374, 1939—806, 1941—963; die Telephonstellen 1911—34, 1939—620, 1941—753. In Bulgarien befindet sich der stärkste Rundfunksender der Balkanhalbinsel.

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